Paulinenhaus Krankenanstalt e.V.

Das Paulinenkrankenhaus am Rande des Berliner Grunewalds ist eine kleine Spezialklinik der Hochleistungsmedizin. Der laut Landeskrankenhausplan festgelegte Versorgungsauftrag erstreckt sich auf die Nachsorge herzoperierter Patienten, auf die Behandlung von Patienten, die zu Transplantationen gelistet sind (Herz-, Lungen- und Herz-Lungen-Transplantationen), auf die Nachbehandlung transplantierter Patienten sowie auf die Betreuung von Patienten mit mechanischen Kreislaufunterstützungssystemen.

Die Intensivkapazität (einschließlich Beatmung) umfasst 21 Bettplätze und ist damit – gemessen an der Gesamtbettenzahl von 149 – außerordentlich hoch.

Mehrere Dialyseplätze sowie eine umfangreiche Funktionsdiagnostik einschließlich diverser endoskopischer Verfahren, Echokardiographie, Sonographie, EKG, Lungenfunktion und Röntgen mit einem Hochleistungs-CT runden das Versorgungsprofil ab.

Das Paulinenkrankenhaus kooperiert mit dem Deutschen Herzzentrum Berlin (dies ist der Haupteinweiser) und mit der Berliner Charité. Weitere Kooperationen betreffen u.a. eine unternehmenseigene Servicegesellschaft, rehabilitative Einrichtungen, Labore, die Apotheke der Charité und weitere Partner.

Bereits seit mehreren Jahren wird die Implementierung und Verbesserung elektronischer Dokumentationsverfahren im klinischen Alltag, aber auch in administrativen und Supportbereichen des Paulinenkrankenhauses mit hoher Priorität vorangetrieben. Das KIS wurde seit 2001 (dem Jahr des Umzugs des Paulinenkrankenhauses zum modernisierten Standort des ehemaligen britischen Militärhospitals) schrittweise ausgebaut, besonders unter dem Gesichtspunkt der Dokumentationssicherheit, der Optimierung des Handlings und eines wirksamen Controllings. Vor mehreren Jahren fielen dann weitere Grundsatzentscheidungen – zunächst zur Einführung einer SAP basierten E-Medikation einschließlich Warenwirtschaft, später zur Implementierung eines klinischen Dokumentationssystems, in dem alle medizinischen, pflegerischen und physiotherapeutischen Abläufe unter Einschluss der Maßnahmen-, Beobachtungs- und Anordnungsdokumentation erfasst werden. Von Anfang an wurden Insellösungen – etwa die in vielen Kliniken auf den Intensivpflegebereich beschränkte E-Dokumentation – ausgeschlossen. Nach enormer Entwicklungs- und Administrationsarbeit steht heute ein System zur Verfügung, das ohne Medienbruch in allen Bereichen der Klinik zur Anwendung kommt. Der Prozess ist damit keinesfalls abgeschlossen. Ging es zunächst um die Konstruktion der für eine plausible und vollständige klinische Dokumentation erforderlichen Basics, stehen heute die Erhöhung der Nutzerfreundlichkeit, die Programmierung von Auswertungstools für das Controlling und das Qualitätsmanagement und die Reduzierung des Dokumentationsaufwandes im Vordergrund.

Die Ausweitung der elektronischen Dokumentationsverfahren wirft jedoch auch einige Fragen auf, deren Lösung gerade in einem mittelständischen Krankenhausunternehmen sorgfältig geplant werden muss. Der Speicherbedarf für die sichere Aufbewahrung der erhobenen Daten unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften zu Formaten und Fristen ist – verglichen mit Unternehmen vergleichbarer Größe aus anderen Branchen – enorm. Hinzu kommen die Notwendigkeit redundanter Installation bzw. Speicherung von Programmen und Daten auf Servern in baulich voneinander getrennten Abschnitten aus Gründen der Betriebssicherheit sowie der Aufwand für Wartungen und Backups, teils mit beachtlichem internem Aufwand, teils unter Einsatz von Fremdfirmen.

Das Projekt zur Entwicklung der technischen Voraussetzungen für datenschutzkonformes Cloud Computing im Krankenhaussektor ist somit für das Paulinenkrankenhaus besonders interessant, zumal das im Paulinenkrankenhaus installierte Dokumentationssystem in Kooperation mit dem Konsortialführer entwickelt und erstmalig für die klinische Praxis eines Krankenhausbetriebes administriert wurde. Die aktive Beteiligung bietet sich auch deshalb an, weil mit dem kooperierenden Haupteinweiser des Paulinenkrankenhauses eine enge Verflechtung unter der Voraussetzung getrennter betrieblicher Strukturen besteht und von beiden Seiten ein hohes Verbesserungspotenzial im gegenseitigen Interesse gesehen wird.